Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation der Eberhard-Ossig-Stiftung und des Instituts Kirche und Judentum

Die nächsten Lesungen, August und September, werden im geräumigen Innenhof der Markgrafenstraße 88 stattfinden. Hier können die Abstandsregeln eingehalten werden.Anmeldung erbeten mit Name, Anschrift, Telefon-Nr. (Alternativ werden sie vor Ort aufgenommen.) Auf Grund der Pflicht zur Dokumentation werden Ihre Personendaten für 4 Wochen auf Basis der geltenden Datenschutzbestimmungen aufbewahrt.

13. August 2020 | 19.00 Uhr

Mirna Funk
Winternähe

Mirna Funk, geboren 1981 in Ostberlin, ist Schriftstellerin und Journalistin. Sie lebt in Berlin und Tel Aviv. Ihr Roman Winternähe erschien 2015 und wurde mit dem Uwe Johnson Förderpreis für das beste deutschsprachige Debüt der letzten zwei Jahre ausgezeichnet. In ihrem Werk und ihren Essays geht sie unter anderem den Fragen nach der Präsenz jüdischer Kultur in Deutschland und einer gegenwartsorientierten Erinnerungskultur nach. Seit zwei Jahren erscheint in der deutschen Ausgabe der Vogue ihre Kolumne „Jüdisch heute“, in der sie sich mit jüdischem Leben beschäftigt. Für das Frühjahr 2021 ist die Veröffentlichung ihres zweiten Romans geplant. Er wird bei dtv erscheinen.

Wer bestimmt darüber, wer wir sind?
Lola ist Deutsche, und sie ist Jüdin. Sie fragt sich: Wie viel von mir selbst steckt in meiner eigenen Biographie? Wie lässt sich die Gegenwart mit meiner Vergangenheit in Einklang bringen?
Lola macht sich auf eine Reise, die sie von Berlin nach Tel Aviv und Bangkok führt. Sie stellt unbequeme Fragen und sucht gefährliche Orte auf. Sie konfrontiert uns mit Antisemitismus in Deutschland, dem Krieg in Israel im Sommer 2014 und der Frage nach Identität in einer globalisierten Welt.

Bestimmt unsere Herkunft darüber, wer wir sind, oder falsche Freunde, orthodoxe Rabbiner?
Lola wurde in Ost-Berlin geboren, ihr Vater geht in den Westen und weiter in den australischen Dschungel. Sie wächst auf bei ihren jüdischen Großeltern und ist doch keine Jüdin im strengen Sinne. Ihre Großeltern haben den Holocaust überlebt, sie selber soll cool bleiben bei antisemitischen Sprüchen. Dagegen wehrt sie sich.
In Tel Aviv besucht sie ihren Großvater und ihren Geliebten, Shlomo, der vom Soldaten zum Linksradikalen wurde und seine wahre Geschichte vor ihr verbirgt. Lola verbringt Tage voller Angst und Glück, Traurigkeit und Euphorie. Dann wird sie weiterziehen müssen. Hartnäckig und eigenwillig, widersprüchlich und voller Enthusiasmus sucht Lola ihre Identität und ihr eigenes Leben.

Musik: Soil and Pink Band